252 Musikschule Tp3 Architekten 02 B
252 Musikschule Tp3 Architekten 03 C
252 Musikschule Tp3 Architekten 05
252 Musikschule Niederwaldkirchen Tp3 Architekten 10
252 Musikschule Niederwaldkirchen Tp3 Architekten 09
252 Musikschule Tp3 Architekten 01 A
252 Musikschule Tp3 Architekten 08 A

252 Musikschule Niederwaldkirchen

Das bestehende Gemeindeamt wurde umgebaut, das vorhandene Walmdach abgetragen und ein neuer Gebäudekörper in Holzriegelbauweise aufgesetzt.

Anforderungsprofil, Himmelsrichtungen, Grundstück und Orientierung sind für die Planung wesentliche Grundvoraussetzungen und wichtige Parameter für die Ausformulierung einer Bauaufgabe. Für die räumliche und funktionale Erweiterung (Musikschule und Musikprobesaal in Niederwaldkirchen) wurde von Anfang an vorgeschlagen, ein weiteres Geschoß auf dem bestehenden zu setzen. So wurde das bestehende Gemeindeamt gewissermaßen zu einem „hochgelegenen“ Bauplatz. Aus diesem Zusammenspiel von Bestand und Aufstockung entstand ein spannungsreiches Zusammentreffen: "solide Substanz und dynamisch-expressiver Körper!"

ENTWURF: Die in Holzriegelbauweise und mit einer vorgesetzten und hinterlüfteten Holzfassade errichtet Aufstockung, vermittelt die Idee einer leichten, neu aufgesetzten Holzschatulle, - formuliert aber auch einen bewussten und gewünschten Kontrast zum Bestand. Geführt durch die Gebäudeumrisse der bestehenden Bausubstanz, entwickelte sich ein linearer Baukörper entlang der vorgegebenen Struktur der seine größte Prägnanz an der südseitigen Auskragung aufweist. Um die bestehenden inneren Funktionsabläufe von Gemeindeamt und Musikschule klar voneinander zu trennen, wurde ein neuer Erschließungstrakt vor der bestehenden Struktur errichtet. Somit werden auch nach außen hin wieder beide Funktionseinheiten miteinander verbunden.

  • Entwurf und Einreichplanung: Architekturbüro Arkade
  • Entwurfsüberarbeitung, Polier- Detailplanung, tech. u. künstl. Ol.: Tp3 Architekten


"PARASITÄRES BAUEN!" - Neben dem Bauen auf minimaler Grundfläche zur Nachverdichtung von Städten ist auch die Aufstockung von Gebäuden bzw. die Nutzung von brachliegenden Dachflächen durch sogenannte Parasiten sinnvoll. Hierbei handelt es sich um ein einfaches Prinzip: den ungenutzten Dachflächen werden neue, nicht zwingend mit der alten Struktur verbundene, Büro- oder Wohneinheiten aufgesetzt, die die Erschließungs- und Versorgungsstrukturen des Basisgebäudes nutzen. Um einer weiteren Zersiedelung entgegenzuwirken und vorhandene Ressourcen besser zu nutzen, muss das volle Potenzial des städtischen Kontexts ausgenutzt werden. Dabei kommen alle denkbaren Formen von Nachverdichtung, temporären Bauten und Umnutzungen zur Anwendung, um innerstädtische Brachflächen möglichst effizient zu nutzen.

DETAIL, Textauszug 15.10.2011: Future Building Trends - Hybride Nutzungskonzepte 

https://www.detail.de/artikel/future-building-trends-hybride-nutzungskonzepte-4475/


Hybride Nutzungsformen

Oswald Matthias Ungers: „Dieses Konzept schafft den Rahmen, die Ordnung und den geplanten Raum für einen unvorhersehbaren, nicht planbaren, lebenden Prozess, für eine parasitäre Architektur. Ohne diese Komponente bleibt jede Planung starr und leblos.”