Living in a Box

Artikel 22: Jeder, als Mitglied der Gesellschaft, hat das Recht auf soziale Sicherheit und Anspruch darauf in den Genuss der wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte zu gelangen, die für seine Würde und die freie Entwicklung seiner Persönlichkeit unentbehrlich sind.

Jemanden in seiner Not zu helfen, ist erstens nicht selbstverständlich und zweites auch gar nicht so einfach. Natürlich polarisiert dieser Umbau eines Containers, doch ging es darum, bei allen schwierigen Umständen, ein "Dach über den Kopf!" zu schaffen. Der Bürgermeister erkannte die missliche Lage und unterstützte von Anfang an dieses Projekt. Pläne wurden gezeichnet, viele Unwegsamkeiten mit der Baubehörde geklärt und schließlich die Baubewilligung erzielt.

Es ist schön zu sehen, dass man ein scheinbar aussichtloses Unterfangen erfolgreich umsetzen kann, nachdenklich blicken wir aber auf die vielen Hürden zurück, die uns in den Weg gelegt wurden. ... grundsätzlich bin ich ja dafür, dass man Menschen in Not hilft, aber muss das unbedingt in unserer Gemeinde sein?

Der Container ist alles das, was in zunehmendem Maße auch von den Menschen in der globalisierten Welt erwartet wird: flexibel, ungebunden, uniform, kostengünstig und universell einsetzbar. Angesichts der wachsenden Population und eines anschwellenden Mangels an Baugrund und Wohnflächen verdient ein überall verfügbares, vergleichsweise kostengünstiges und einfach zu montierendes, elementiertes Bauen eine ernsthafte nähere Betrachtung. Dies gilt zunehmend auch für die reduzierte Ästhetik des Containers, der sich zu einem Archetypus der Raumzelle entwickelt hat. Daraus resultieren ästhetische und räumliche Qualitäten, die als Entwurfsparameter in die Entwicklung neuer Formen von Architektur und Urbanität einfließen werden.