Innerhalb einer städtebaulichen Leitidee entsteht ein System aus kleinteiligen Baukörpern. Dieses System ermöglicht es, das Areal flexibel als Wohnquartier, Bürostandort oder Bildungsstandort – oder auch in Mischformen – und als Teil der STADTFABRIK zu entwickeln. Damit wird das ehemalige Areal nicht nur transformiert, sondern zu einem langfristig anpassungsfähigen Stadtbaustein mit hoher struktureller und funktionaler Zukunftsfähigkeit.
URBAN BASE – Hammergasse, Waidhofen an der Ybbs
Die städtebauliche Konzeptstudie „URBAN BASE“ transformiert ein innerstädtisch gelegenes Bauhofareal zu einem qualitätsvollen, zentrumsnahen Entwicklungsraum. Aufbauend auf dem Stadtprojekt von 1992 und dessen Fortschreibung seit 2017 formuliert der Masterplan eine klare strategische Ausrichtung: konsequente Innenentwicklung, Einbindung in das „Grüne Netz“, robuste Erschließung sowie ein sensibler Umgang mit Bestand, Topografie und stadträumlicher Wahrnehmung.
Das Areal wird als Transformationsraum verstanden, in dem Bestand und Neubau in ein integratives System überführt werden. Weiterbau, Aufstockung und gezielte Ergänzungen – insbesondere entlang der Alten Weyrer Straße – ermöglichen eine differenzierte Verdichtung bei gleichzeitiger Sicherung stadträumlicher Qualität und wirtschaftlicher Umsetzbarkeit.
Im Zentrum steht eine robuste, nutzungsoffene Grundstruktur: ein räumliches Gerüst aus Baufeldern, Freiräumen und Erschließungsachsen, das unterschiedliche Programme – Wohnen, Arbeiten, Bildung – aufnehmen kann, ohne seine Ordnung zu verändern. Der Masterplan versteht sich nicht als Endzustand, sondern als langfristig tragfähiger Rahmen.
Leitend ist das Prinzip einer kleinteiligen, resilienten Baukörperstruktur. Modulare Baufelder, flexible Grundrisse und austauschbare Volumen ermöglichen eine hohe Anpassungsfähigkeit über die Zeit – funktional, ökonomisch und typologisch. Die Qualität liegt nicht in der Festlegung einer Nutzung, sondern in der Fähigkeit der Struktur, Wandel aufzunehmen.
Mit dem Konzept des „Urban Base“ wird insbesondere die Erdgeschosszone als aktive Stadtschicht neu gedacht: als Schnittstelle zwischen Gebäude und öffentlichem Raum, die gemeinschaftliche, produktive und soziale Nutzungen ermöglicht und das Quartier belebt.
Das Ergebnis ist kein fixes Projektbild, sondern ein offenes, entwicklungsfähiges System – ein Stadtbaustein, der Identität aus seiner Struktur bezieht und durch Anpassungsfähigkeit langfristig Bestand hat.
CHRIS MÜLLER SAGT DAZU:
Der Kristallsaal in Schloss Rothschild als Kaleidoskop für eine Zeit gleich hinter der Gegenwart. Ein Kaleidoskop erzeugt aus wenigen Elementen eine nahezu unendliche Vielfalt an Bildern. Der Kristallsaal wurde zu einem solchem beim letzten Standortgespräch. Wenn man durch die Stadt Waidhofen hindurchblickt und das Rohr dreht, geschieht Folgendes: Licht fällt auf die losen Farbteile. Diese werden in den schräg angeordneten Spiegeln mehrfach reflektiert. Durch die Spiegelung entsteht ein symmetrisches, geometrisches Muster. Jede kleine Bewegung verändert die Anordnung der Teile – und erzeugt sofort ein neues, einzigartiges Bild.
Die Bausteine bleiben dieselben. Ihre Anordnung erzeugt aber immer neue Kombinationen. Ein Kaleidoskop steht symbolisch für die Vielfalt aus wenigen Elementen, Veränderung durch Perspektivwechsel, Ordnung im Wandel, Kreativität durch Bewegung sowie Struktur und Dynamik zugleich. Es zeigt, dass Transformation nicht bedeutet, alles neu zu erfinden – sondern vorhandene Elemente neu zu ordnen. Wir ordnen sie im Sinne einer Produktionskette, mit der historischen Legierung der Eisenstraße, aber nun sollen hier Ideen und Talente geschmiedet werden. Waidhofen soll die erste Stadtfabrik der Welt werden – als intelligentes System. Kurze Wege, digitale Vernetzung und kooperative Nutzung von Infrastruktur sollen neue Formen der Sharing Economy im industriellen Kontext ermöglichen. Die Freiräume in historischen Häusern, in etablierten Werkstätten, in Industriegeländen werden zu einer produktiven Kette geschlossen.
Eine Stadt als Manifest der Gemeinsamkeit. Eine produktive Stadt. Ein Magnet für junge Familien, Fachkräfte, Betriebe und neue Industrien: Hier entstehen sichere, sinnstiftende Arbeitsplätze in einem Lebens- und Lifestyleraum mit überschaubaren Strukturen und starker Gemeinschaft.