Die „Kultur der Reparatur“ ist deshalb weniger eine Methode, als eine Haltung.
Was passiert, wenn Gebäude älter werden und sich das Klima schneller verändert als sie?
Ein großer Teil jener Gebäude, in denen wir in den kommenden Jahrzehnten arbeiten und leben werden, steht bereits schon heute. Die entscheidende Frage wird daher zunehmend nicht sein, wie wir neu bauen, sondern wie wir mit dem weiterbauen, was bereits gebaut ist.
Gerade die Büro- und Verwaltungsgebäude der 1960er- und 1970er-Jahre stellen uns dabei vor besondere Herausforderungen. Sie wurden für ein anderes Klima, andere energetische Anforderungen und andere Vorstellungen von Komfort entwickelt. Heute treffen große Verglasungsflächen, massive Konstruktionen und zahlreiche Wärmebrücken auf steigende Temperaturen, längere Hitzeperioden und höhere Anforderungen an Energieeffizienz und Behaglichkeit.
Die OÖ. Landwirtschaftskammer auf der Gugl in Linz ist dafür ein interessantes Beispiel.
Auf unserer Homepage sprechen wir seit Jahren von einer „Kultur der Reparatur“ und davon, bestehende Gebäude in eine neue Zukunft zu führen, anstatt immer wieder von vorne zu beginnen.
Bei der Landwirtschaftskammer bekommt dieser Gedanke eine zusätzliche Dimension.
Es reicht nicht mehr, den Bestand nur für heutige Anforderungen zu sanieren. Wir müssen darüber nachdenken, unter welchen klimatischen Bedingungen dieses Gebäude in zukunft funktionieren muss.
Damit wird Sanieren weitergedacht und zu etwas anderem:
Nicht zur Reparatur der Vergangenheit, sondern zur Vorbereitung des Bestehenden auf seine Zukunft.