Nicht ein Projekt. Eine (ausgezeichnet) Haltung

Zwei Auszeichnungen, eine Haltung: Der Anerkennungspreis für Denkmalpflege 2025 und der Landespreis für Kultur 2026 in der Kategorie Architektur und Baukunst würdigen die Arbeit von Tp3 Architekten. Einmal mit einem besonderen Blick auf das Bauen im Bestand, einmal auf das architektonische Schaffen insgesamt.

Architektur entsteht für uns nicht aus einem wiederkehrenden Bild oder einer bestimmten Formensprache. Sie entsteht aus der jeweiligen Aufgabe, dem Ort und dem, was bereits vorhanden ist. Neubau, Sanierung, Umbau oder Städtebau verlangen unterschiedliche Antworten. Die Haltung dahinter bleibt dieselbe: genau hinsehen, Zusammenhänge verstehen und daraus eine möglichst klare und selbstverständliche Lösung entwickeln.

Dass 2026 unsere bisherige Arbeit mit dem OÖ. Landespreis für Kultur in der Kategorie Architektur und Baukunst ausgezeichnet wird, ist für uns von ganz besonderer Bedeutung. Gewürdigt wird eine Schaffensperiode, die von unterschiedlichen Bauaufgaben und Maßstäben geprägt ist und dennoch einem gemeinsamen Verständnis von Architektur folgt.

Ein wesentlicher Teil dieser Arbeit ist seit vielen Jahren das Bauen im Bestand. Architektur beginnt hier nicht mit einem leeren Grundstück, sondern mit dem, was bereits da ist: mit Gebäuden, Strukturen und Geschichten, mit Qualitäten, die es zu erkennen gilt und manchmal auch mit Defiziten, die Veränderung notwendig machen.

Sanierung, Umbau, Brownfield-Areale, Revitalisierung und Transformation verstehen wir nicht als Sonderdisziplinen innerhalb der Architektur. Sie sind Teil einer grundsätzlichen Auseinandersetzung mit dem Vorhandenen. Sanieren bedeutet dabei nicht, einen früheren Zustand wiederherzustellen. Es bedeutet zunächst zu erkennen, was Qualität besitzt, was bleiben kann und wo neue Antworten notwendig sind.

2025 wurde genau diese Auseinandersetzung vom Land Oberösterreich mit einem Anerkennungspreis für Denkmalpflege gewürdigt. Ausgezeichnet wurde unser langjähriger Umgang mit der Linzer Altstadt und historischer Bausubstanz. Besonders hervorgehoben wurde dabei unser Verständnis des Bestandes als Ressource und Chance und die Frage, welche neuen Möglichkeiten sich aus bestehenden Gebäuden entwickeln lassen.

Dass ein Jahr später der Landespreis für Kultur 2026 für das architektonische Schaffen insgesamt folgt, stellt für uns einen besonderen Zusammenhang dar. Der Umgang mit dem Bestand ist kein eigenständiger Bereich unserer Arbeit, sondern Teil einer Haltung, die sich ebenso im Neubau, im Wohn- und Bildungsbau, in städtebaulichen Aufgaben oder in der Entwicklung bestehender Gebäude und Brownfield-Areale wiederfindet.

Gerade beim Sanieren und Revitalisieren bestehender Gebäude liegt die Qualität häufig nicht im sichtbaren Eingriff, sondern in der richtigen Entscheidung. Erhalten, ergänzen, umbauen oder neu bauen sind keine Gegensätze, sondern unterschiedliche Möglichkeiten, auf einen Ort und seine Anforderungen zu reagieren.

Als Architekturbüro in Linz und Oberösterreich beschäftigen wir uns deshalb mit dem gesamten Spektrum zwischen Bestand und Neubau. Machbarkeitsstudien und Konzeptentwicklungen gehören für uns ebenso dazu, denn oft entscheidet sich die Qualität eines Projektes lange bevor der erste Entwurf gezeichnet wird. Es geht darum, Potenziale zu erkennen und daraus tragfähige Lösungen für Gebäude und Orte zu entwickeln.

Vielleicht liegt darin auch die besondere Bedeutung des Landespreises: Nicht ein Projekt steht im Mittelpunkt, sondern das, was viele unterschiedliche Projekte über Jahre miteinander verbindet.

Nicht eine Form. Nicht ein Gebäude. Eine Haltung.