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Bewerbungsverfahren Bildungscampus Pongau


Die Bildungseinrichtungen der Vereinigung von Ordensschulen Österreichs entwickeln sich weiter, und mit ihr die Verantwortung, zwei traditionsreiche Schulen in eine gemeinsame, zukunftsfähige Perspektive zu führen. Mit dem Bildungscampus entsteht ein Ort, an dem Stärken gebündelt, Ressourcen sinnvoll genutzt und die Qualität beider Schulprofile nachhaltig gesichert werden können. Die Entscheidung, einen gemeinsamen Standort zu gestalten, schafft den Rahmen für langfristige Stabilität und eröffnet neue Möglichkeiten für junge Menschen in der Region. Dieser Schritt verbindet Bewährtes mit Zukunftsorientierung und lädt dazu ein, die kommenden Entwicklungen gemeinsam, klar und konstruktiv zu gestalten.

Zwei Schulen – eine Mitte – ein Campus

Eigenständigkeit und Kooperation in einem Haus. Vom starken, gemeinsamen Zentrum aus verzweigen sich die Wege intuitiv in die zwei klar ablesbaren Bereiche: das Elisabethinum auf der einen und das Gymnasium St. Rupert auf der anderen Seite. Die Identitäten bleiben erhalten, die Mitte verbindet.

Präzise Ergänzungen

Getreu dem Leitsatz „Bestand zuerst“ beschränken sich die Neubaumaßnahmen auf wenige, bewusst gesetzte Volumen. Diese neuen Bausteine lagern sich respektvoll an die historische Struktur an und geben den vier zentralen Säulen des Campus – Spiritualität, Gemeinschaft, Kulinarik und Bewegung – eine klar ablesbare architektonische Präsenz im Außenraum.

Tritt nach außen

Dem massiven, introvertierten Bestandsriegel werden gezielt neue, extrovertierte Baukörper vorgelagert. Diese Volumen treten selbstbewusst in den Außenraum und ermöglichen den uneingeschränkten Blick in die Landschaft.

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Der Bildungscampus Pongau versteht sich nicht als Zusammenführung zweier Schulen zu einer neuen Institution, sondern als räumliche Weiterentwicklung zweier eigenständiger Identitäten an einem gemeinsamen Ort. Ausgangspunkt des Entwurfs ist daher die in der Aufgabenstellung formulierte Koexistenz von St. Rupert und Elisabethinum: Beide Schulen behalten ihr eigenes Profil und ihre organisatorische Eigenständigkeit, gleichzeitig entstehen jene räumlichen Überschneidungen, die Kooperation, Begegnung und eine gemeinsame Nutzung vorhandener Ressourcen ermöglichen.

Der historische Bestand des Missionshauses wird dabei nicht als Einschränkung, sondern als tragende Struktur des neuen Campus verstanden. Seine vorhandenen Raumfolgen, Gebäudetrakte, Höfe und Erschließungen bilden das Gerüst einer neuen funktionalen Ordnung. Ziel ist nicht die vollständige Überformung des Bestandes, sondern dessen gezielte Transformation. Vorhandene Qualitäten werden weiterverwendet, bestehende Räume nach Möglichkeit ihren Dimensionen entsprechend neu belegt und bauliche Eingriffe dort konzentriert, wo sie einen entscheidenden Mehrwert für Orientierung, Kommunikation oder zeitgemäße Lernformen schaffen. 

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Die räumliche Organisation folgt einem einfachen Prinzip: zwei erkennbare Schulbereiche, verbunden durch eine gemeinsame Mitte. St. Rupert und Elisabethinum erhalten eindeutig zuordenbare Bereiche, sodass Identität, Orientierung und schulorganisatorische Eigenständigkeit erhalten bleiben. Dazwischen entsteht eine gemeinsame Campusmitte als verbindender Raum. Sie ist nicht lediglich Erschließungszone, sondern das soziale Zentrum des Hauses. Haupteingang, Begegnungsbereiche, Garderoben sowie weitere gemeinschaftliche Nutzungen werden zu einer räumlichen Sequenz verbunden, die den Campus unmittelbar nach dem Betreten verständlich macht.

Innerhalb der Schulbereiche entwickelt sich die bestehende Gang-Raum-Struktur zu einer differenzierten Lernlandschaft weiter. Stammklassen werden durch Minioasen, Arbeitsgruppenbereiche, Besprechungsmöglichkeiten und Lernstiegen ergänzt. Dabei wird nicht versucht, den historischen Bestand vollständig in eine offene Lernlandschaft umzubauen. Vielmehr werden gezielte Öffnungen und räumliche Verknüpfungen geschaffen. Klassischer Unterricht, Gruppenarbeit, individuelles Lernen und informelle Kommunikation können dadurch unmittelbar nebeneinander stattfinden. Der Bestand bleibt lesbar und erhält gleichzeitig eine neue pädagogische Nutzbarkeit.

Besondere Bedeutung erhält dabei die Kulinarik: Lehrküchen, Betriebsküche, Servierkundebereiche sowie Schul- und Lehrrestaurant bilden nicht nur einen Fachbereich des Elisabethinums, sondern besitzen das Potenzial, zu einem wichtigen Baustein des gesamten Campuslebens zu werden. 

"So entsteht aus einem historisch gewachsenen Gebäudekomplex ein neuer Bildungscampus, ohne seine Geschichte zu verlieren!"

Die spezifische Kompetenz einer Schule wird damit gleichzeitig zu einem Angebot an die gesamte Schulgemeinschaft. Ähnlich wird auch die Spiritualität nicht ausschließlich als einzelne Raumfunktion verstanden. Der im Konzept vorgesehene spirituelle Raum beziehungsweise die Kapelle wird Teil einer übergeordneten Haltung, welche die unterschiedlichen Ordenscharismen und die Geschichte des Hauses weiterhin wahrnehmbar macht.

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