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Kindergartenerweiterung und Veranstaltungszentrum

Geladener Architekturwettbewerb

Der untypische, nahezu kreuzförmige Grundstückszuschnitt sowie die zusätzliche Aufgabe, einen Veranstaltungssaal in das Ensemble zu integrieren, erforderten eine unkonventionelle, aber konsequente architektonische Lösung.

Auszug aus dem Juryprotokoll:

... besonders überzeugend ist die Ausrichtung des Saales zu einem großzügigen Vorplatz, die auch die Adressbildung für diesen Funktionsbereich begünstigt. Abgesehen vom "Gelenk", wird dieses Projekt sowohl städtebaulich als auch funktional sehr gut bewertet. Die Selbsteinschätzung der Baukosten steht einer besseren Bewertung entgegen...

ENTWURFSBESCHREIBUNG:
Zentraler, konzeptioneller Gedanke war es, die bestehende Erschließungsstruktur zu hinterfragen und neu zu denken. Das bestehende Stiegenhaus wurde rückgebaut und als verbindendes Element - gleichsam ein architektonisches „Puzzlestück“ - zwischen dem neuen Baukörper für die Kinderbetreuung und dem Veranstaltungssaal neu positioniert. Diese Maßnahme ermöglichte nicht nur eine klare funktionale Trennung der beiden Hauptnutzungen, sondern auch eine präzise Organisation der inneren Raumabfolge: kurze Wege, übersichtliche Zuordnungen, klare Adressierungen der Räume sowie flexible Nutzbarkeit.

Gleichzeitig war es wesentlich, diese innere Logik mit einer adäquaten stadträumlichen Haltung zu verbinden. Der Veranstaltungssaal ist daher so gesetzt, dass er sich in Richtung eines neu zu entwickelnden, kleinen öffentlichen Parks orientiert. Diese Positionierung stärkt die Identität des Ortes und eröffnet Perspektiven für eine öffentliche Nutzung über den Kindergartenbetrieb hinaus. Die städtebauliche Setzung unterstützt damit eine sukzessive Qualifizierung des Umfelds und betont den öffentlichen Charakter des Saales.

Eine belastbare architektonische Lösung muss immer beide Dimensionen, die innere Organisation wie die stadträumliche Einbindung, in gleichwertiger Weise berücksichtigen.

Die funktionale Klarheit der inneren Raumstruktur bildet das Rückgrat für einen dauerhaft nutzbaren, anpassungsfähigen Baukörper. Gleichzeitig erfordert eine nachhaltige Planung, dass dieser Baukörper auch im städtebaulichen Kontext eigenständig, lesbar und integrierend wirkt. In diesem Projekt wurde daher bewusst keine Priorität einseitig gesetzt, sondern beide Aspekte als gleichwertige Parameter behandelt, deren Zusammenspiel die Qualität der Lösung bestimmt.

KINDERGARTEN - KRABBELSTUBE
Die geplante Erweiterung der Kinderbetreuungseinrichtung um zwei Krabbelgruppen und zwei Kindergartengruppen wird im nördlichen Bereich des Grundstücks situiert. Über ein zentrales, verbindendes Element erfolgt eine räumliche und funktionale Anbindung an den bestehenden Baukörper. Dieses verbindende „Puzzlestück“ spielt eine zentrale Rolle im Gesamtkonzept und übernimmt mehrere Funktionen.

Durch den gezielten Abbruch des bestehenden Stiegenhauses entsteht im ehemaligen Erschließungsbereich Platz für die Integration eines zentral gelegenen Multifunktionsraums. Gleichzeitig ermöglicht die Neuorganisation der vertikalen Erschließung eine klare und übersichtliche Verbindung aller Ebenen der Einrichtung. Die Wegeführung wird dadurch intuitiv, kompakt und funktional optimiert.

Das „Puzzlestück“ übernimmt jedoch nicht nur eine interne Erschließungsfunktion, sondern bildet auch ein wesentliches Bindeglied: Es verbindet die einzelnen Baukörper der Kinderbetreuungseinrichtung zu einer logischen Einheit und ermöglicht zugleich eine geschützte, direkte Verbindung für die Kinder zum neuen Veranstaltungssaal. Auf diese Weise entsteht eine vielseitig nutzbare räumliche Struktur, die funktionale Effizienz, Sicherheit und städtebauliche Klarheit miteinander vereint.

VERANSTALTUNGSSAAL
Die Situierung des Veranstaltungssaales ist von herausragender Bedeutung. Nicht nur die Adressbildung, sondern vor allem auch ein kurzer Weg vom Parkplatz im Süden ist für den Entwurfsansatz wichtig. Erst die Vernetzung mit dem Umfeld macht aus dem Veranstaltungssaal ein öffentliches Gebäude. Der öffentliche Raum vor dem Foyer macht eine Verknüpfung zwischen Innen und Außen attraktiv. Ein ausladendes Vordach schützt die Fassade des Foyers und lässt einen geschützten Außenraum entstehen. Der Nussbaum dominiert den Freiraum, der eher als Park den als Platz durchgebildet wird. Wir schlagen hier auch vor, den bestehenden Spielplatz als öffentlichen Spielplatz bei zu behalten. 

Für die Kindergartenkinder ist der Veranstaltungssaal über das Erschließungselement trockenen Fußes zu erreichen.

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