Auszug aus dem Juryprotokoll:
... das Projekt fügt sich mit einer angenehmen Maßstäblichkeit überzeugend in den städtebaulichen Kontext ein, - wobei entlang der Salzburgerstraße durch Vor- und Rücksprünge sowie punktuelle Hochpunkte ein lebendiger und gut rhythmisierter Straßenraum entsteht.
Besonders hervorzuheben ist der zusammenhängende Freiraum im Zentrum der Anlage, der durch die gut organisierte Tiefgarage ermöglicht wird. Durch diese Ausformulierung bleibt ein großer Anteil an gewachsenem Boden erhalten der eine überzeugende Grundlage für die vorgesehenen Baumpflanzungen bildet.
Mit rund 150 Wohnungen verzichtet das Projekt bewusst auf eine vollständige Ausnutzung der maximalen Baudichte, was sich positiv auf die Gesamtqualität auswirkt. Gleichzeitig ermöglicht die polygonale Geometrie der Baukörper vielfältige und attraktive Grundrisse, darunter zahlreiche Eckwohnungen mit Balkonen und sorgt durch die Setzung der Baukörper für gute Ausblicksbeziehungen sowie eine überzeugende Belichtung und Belüftung.
Städtebauliches Konzept
Anstelle eines kompakten Großvolumens wird die erforderliche Dichte auf mehrere eigenständige Baukörper verteilt. Diese sind polygonal ausgeformt und als Ensemble innerhalb des Planungsgebietes angeordnet. Die Gliederung in mehrere Baukörper ermöglicht eine maßstäbliche Einbindung in das bestehende Umfeld und vermeidet die Wirkung eines monolithischen Baukörpers. Zwischen den einzelnen Volumen entstehen klar definierte Zwischenräume, die als halböffentliche Freiräume gelesen werden können und eine gute Durchwegung des Areals zulassen.
Die Setzung der Baukörper folgt einem übergeordneten städtebaulichen Ordnungssystem, das Orientierung schafft und gleichzeitig vielfältige Blickbeziehungen innerhalb des Quartiers sowie in den umliegenden Stadtraum ermöglicht. Die offene Struktur trägt zur Belichtung der Freiräume bei und fördert eine hohe Aufenthaltsqualität im Außenraum, trotz der insgesamt hohen baulichen Ausnutzung des Grundstücks.
Baukörper und architektonische Ausformulierung
Die Baukörper sind polygonal bzw. kristallin ausformuliert, wobei diese Geometrie aus funktionalen und räumlichen Überlegungen abgeleitet ist. Ein wesentliches Ziel des Entwurfs liegt in der Maximierung der Fassadenflächen, um eine möglichst große Anzahl an gut belichteten Wohnungen mit Außenbezug zu schaffen. Die erhöhte Fassadenlänge ermöglicht eine differenzierte Orientierung der Wohnungen zu mehreren Himmelrichtungen und begünstigt Mehrfachorientierungen.
Trotz der komplexen Geometrie bleibt die architektonische Erscheinung ruhig und klar gegliedert. Die Baukörper treten als zusammengehöriges Ensemble in Erscheinung, behalten jedoch ihre Eigenständigkeit. Die horizontale Gliederung der Fassaden unterstützt die Maßstäblichkeit und vermittelt zwischen den Geschossebenen sowie dem angrenzenden Stadtraum.
Erdgeschosszone und Sockel
Die Erdgeschosszone ist als durchgehendes Sockelgeschoss ausformuliert, das die einzelnen Baukörper miteinander verbindet und eine klare städtebauliche Basis bildet. In dieses Sockelgeschoss sind mehrere Durchgänge und Querungen integriert, die die innere Erschließung des Quartiers mit dem umliegenden Stadtraum verknüpfen und die Durchlässigkeit des Areals erhöhen.
Aufgrund seiner Lage und Struktur eignet sich das Sockelgeschoss zur Aufnahme öffentlicher und gewerblicher Nutzungen, die das Quartier aktivieren und zur Belebung des Straßenraums beitragen können. Die klare Trennung zwischen Sockelzone und darüberliegenden Wohnnutzungen ermöglicht eine funktionale Entflechtung und unterstützt die Adressbildung der einzelnen Baukörper.
Nutzungskonzept und Grundrissorganisation
Alle Baukörper sind einer reinen Wohnnutzung zugeordnet. Die einzelnen Volumen weisen Nutzflächen von etwa 540 m² bis 615 m² auf und sind jeweils über kompakte Erschließungskerne organisiert. Die Erschließung erfolgt effizient mit kurzen Gangflächen und klarer Orientierung, wodurch der Anteil der Verkehrsflächen minimiert wird.
Die Wohnungen sind so angeordnet, dass klar nutzbare, gut proportionierte Grundrisse entstehen. Trotz der polygonalen Baukörperformen wird auf eine wirtschaftliche Grundrissorganisation geachtet, die den Anforderungen des geförderten Wohnbaus entspricht. Die kristalline Ausformulierung wirkt sich positiv auf die Wohnungszuschnitte aus, da sie unterschiedliche Raumtiefen und flexible Raumfolgen ermöglicht, ohne die Nutzbarkeit der Wohnräume einzuschränken.
Ein Großteil der Wohnungen profitiert von guten Belichtungsverhältnissen, teilweise mit Mehrfachorientierung. Die Ausrichtung der Baukörper erlaubt eine differenzierte Orientierung zu den verschiedenen Himmelrichtungen, wodurch sowohl Morgen- als auch Abendsonne in den Wohnungen nutzbar gemacht wird. Die Fassadenlängen werden gezielt eingesetzt, um eine hohe Anzahl an Wohnungen mit direktem Außenbezug zu realisieren.
Freiräume und Erschließung
Die Zwischenräume zwischen den Baukörpern sind als halböffentliche Freiräume konzipiert, die der gemeinschaftlichen Nutzung dienen und gleichzeitig klare Abgrenzungen zu privaten Wohnbereichen aufweisen. Die offene Struktur ermöglicht Durchblicke und Durchwegungen, wodurch das Quartier als durchlässiger Teil des Stadtraums wahrgenommen wird.
Die Erschließung der Baukörper erfolgt klar und übersichtlich, sowohl auf Ebene des Fußgängerverkehrs als auch innerhalb der Gebäude. Die Organisation unterstützt eine einfache Orientierung und trägt zur funktionalen Klarheit des gesamten Ensembles bei.