Obwohl der Wettbewerb offiziell nur einen ersten Preis vorsah, wurden alle weiteren Arbeiten nachgereiht eingestuft. In unserer persönlichen Sicht – und mit einem kleinen Augenzwinkern, nimmt unser Entwurf damit, gemeinsam mit den anderen ausgewählten Arbeiten, sinnbildlich den geteilten zweiten Platz ein...
STÄDTEBAU UND KÖRNUNG
Der städtebauliche Entwurf entwickelt sich aus der Topografie des Geländes, der Erschließungsstruktur sowie der vorgesehenen etappenweisen Umsetzung. Die Erschließung des Areals erfolgt entlang der Scheuringer-Straße über eine neu geplante Stichstraße im Kurvenbereich, am Übergang des Geländesprungs. Dadurch gliedert sich das Grundstück in zwei gleich große Baufelder, die eine klare volumetrische Verteilung ermöglichen.
Im östlichen Teil, in unmittelbarer Nähe zum neu angelegten Fuß- und Radweg, wird in der ersten Bauetappe die Kinderbetreuungseinrichtung realisiert. Die Lage garantiert eine fußläufige, autofreie Erreichbarkeit und stärkt die Anbindung an den Ort Andorf.
Entlang der Hans-Scheuringer-Straße wird das Primärversorgungszentrum situiert. Zusammen mit dem Gebäude für „Wohnen im besten Alter“ sowie dem Kindergarten entsteht auf Baufeld A ein zentraler Anger, der als Quartiersplatz mit öffentlichem Spielbereich fungiert. Dieser zentrale Freiraum wirkt identitätsstiftend, fördert Begegnung und belebt das neue Zentrum des Quartiers. Das Altenpflegeheim wird auf dem westlich gelegenen Baufeld B verortet. Durch sein größeres Bauvolumen gelingt es, den bestehenden Geländesprung funktional und gestalterisch aufzunehmen. Es bietet zugleich Orientierung und Präsenz innerhalb des Quartiers.
In der Gesamtheit stärken die vier Baukörper das neu entstehende Zentrum, fördern kurze Wege zwischen den Einrichtungen und schaffen ein funktional wie atmosphärisch qualitätsvolles Gefüge mit hoher Aufenthaltsqualität. Der Garten des Altenpflegeheims orientiert sich zum angrenzenden Grünraum und bildet einen geschützten, hochwertig gestalteten Außenbereich mit hoher Aufenthaltsqualität. Unterschiedlich zonierte Terrassen und Loggien gliedern sich rund um das Gebäude und ermöglichen vielfältige Ausblicke sowie eine natürliche Orientierung in alle Himmelsrichtungen. Diese differenzierten Freibereiche fördern sowohl Rückzug als auch Gemeinschaft und tragen zur räumlichen Qualität und Lebensqualität der Bewohner:innen bei.
Die bewusste Staffelung der Baukörper entlang des Geländeverlaufs schafft Übersichtlichkeit innerhalb des Areals und ermöglicht gezielte Ausblicke für die jeweiligen Nutzungen. Die Höhenentwicklung folgt der Topografie und unterstützt sowohl die räumliche Gliederung als auch die Orientierung im Quartier.