PROJEKTPARTNERSCHAFT: arge.atelier - Tp3 Architekten & gebetsroither
Das historische Eckgebäude an der Pfarrhofgasse/Johannesgasse wird durch eine behutsame Aufstockung um ein Vollgeschoss und ein Dachgeschoss ergänzt. Während im Dachgeschoss eine Wohnung entsteht, werden die darunterliegenden Ebenen als Boutique-Hotel genutzt.
Das Bestandsgebäude bildet gemeinsam mit der angrenzenden Bebauung eine markante Ecksituation zwischen unterschiedlich hohen Nachbarhäusern. Die Aufstockung reagiert auf diese komplexen Rahmenbedingungen sowie auf die Anforderungen des Belichtungsnachweises. Rücksprünge entlang der Dachlandschaft nehmen First- und Traufhöhen der Nachbargebäude auf und führen zu einer ruhigen, ausgewogenen Silhouette, die den Übergang zwischen den unterschiedlichen Gebäudehöhen vermittelt.
Fensteröffnungen, Fassadenflächen und Dachform werden auf wenige, präzise gesetzte Elemente konzentriert. Die Erweiterung ordnet sich selbstverständlich in das gewachsene Stadtbild ein, bleibt jedoch als zeitgenössische Schicht eindeutig ablesbar.
Die charakteristische Putzfassade des Bestands wird in ihrer Materialität aufgenommen und in der Aufstockung weiterentwickelt: Die Oberflächenstruktur wird nach oben hin feiner und glatter, wodurch ein fließender Übergang zwischen den Bauphasen entsteht. Bestehende Spuren und Unebenheiten bleiben bewusst Teil der Erzählung des Hauses und machen seine Entwicklung sichtbar.
Auch die Fenster folgen diesem Gedanken. Im historischen Bestand werden Holz-Kastenfenster eingesetzt, während die Aufstockung schlankere, zeitgemäße Fensterprofile erhält. So entsteht ein differenziertes Erscheinungsbild, das die unterschiedlichen Bauphasen respektiert, ohne den Zusammenhalt des Gebäudes zu verlieren.
Die Weiterentwicklung des Entwurfs erfolgte in enger Abstimmung mit dem Gestaltungsbeirat. Insbesondere die Überarbeitung der Dachlandschaft führte zu einer ruhigeren Höhenentwicklung und einer verträglichen Einbindung in die umgebende Bebauung. Gleichzeitig blieb die Klarheit der Fassadengestaltung erhalten. Der Entwurf versteht den Umgang mit dem Bestand als eine sorgfältige architektonische Reparatur, bei der historische Substanz und zeitgenössische Ergänzung selbstverständlich zu einem neuen Ganzen verwoben werden.